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Marmor

Was ist das?
 
Marmor ist für den Laien und auch zum großen Teil im Naturstein-Fachhandel jedes weiche Gestein. Petrologisch gesehen, ist dies natürlich nicht richtig, denn Marmor ist nichts anderes als metamorpher, ...kristallin gewordener Kalkstein. Jeder Kalkstein, sogar ganz locker gefügte wie z.B. Travertin, kann zu Marmor werden, er muß nur durch tektonische Bewegungen in die Tiefe gelangen und dort durch Druck und hohe Temperaturen zur Kristallisation seiner Calcite-Moleküle gezwungen werden. Epizonale Marmore ( also in 2 - 4 km Tiefe umgewandelt ), weisen einer gerade noch wahrnehmbare Körnung auf, in der Mesozone ( 3 - 6 km Tiefe ) entstehen Kristalle von 1 - 3 mm Größe. In der Katazone ( also in 5 - 12 km Tiefe ) können die Kristalle bis zu 10 mm werden. Die Kristallflächen glitzern bei Lichteinfall deutlich, was ein einfaches Erkennungsmerkmal gegenüber dem amorphen ( unkristallisierten ) Kalkstein darstellt. Bei der Metamorphose treten aber neben der Bildung des Kristallgefüges noch andere Veränderungen gegenüber dem ursprünglichen Kalkstein ein.
 
  • Durch Druckbeanspruchung kommt es zur evtl. vorhanden gewesenen Schichtung ...zur Schieferung. Das Aussehen des Steins ist also stark vom Aufsägen des Blockes abhängig ( gegen oder mit dem Lager -Schichtung- ).
  • Der Fossilgehalt des einstigen Kalksteins verschwindet völlig. Keine der vielen Versteinerungen im Kalkstein, nicht mal Hartteile wie Schalen, bleiben erhalten.
  • Weitere Dekorelemente des Kalksteins anorganischer Herkunft, wie Adern, Stylolithen usw. fallen weg. Ausnahmsweise verrät die Textur des Materials Arabescato die Abstammung von einem kontrastreichen Konglomerat.
  • Die Farben verändern sich mit einer klaren Tendenz zum hellen.
Die Farbpigmente des Kalksteins verschwinden dadurch, daß der vorhandeneTon zu meist farblosem oder farbschwachem Glimmer wurde. Selbst aus dem schwarzen Bitumen eines Faulschlamm-Kalkes entsteht Graphit, der sich meist auf wenige Wolken oder Streifen konzentriert. Allerdings stellen sich bei einem Marmor Farbtönungen ein, die bei einem Kalkstein undekbar sind:
  • rein weiß
  • hellstes blau
  • grün in vielen Schattierungen
Wegen der guten Bearbeitungsmöglichkeiten wird Marmor viel in der Architektur eingesetzt. Obwohl einige Marmore frostsicher sind ( Frost und Tauwechsel ), sollten Sie es sich genau überlegen, ob Sie ihn im Aussenbereich einsetzen! Die meisten Marmore weisen keine absolute Frostbeständigkeit im Sinne des Kristallisationsdruckes auf. ( Tausalz ). Leider ist der sauere Regen heute auch ein wesentlicher Faktor, Marmor nicht im Freien anzuwenden. ( Die Oberfläche wird angefressen ).